Der besondere Kick im Wartezimmer

 

Ständig neue Impulse, neue Abenteuer, ständig neu neu neu. Das Verlangen nach dem besonderen Kick ist groß. Doch wieso haben wir es überhaupt? Wie können wir es stillen? Und brauchen wir es tatsächlich?

Content:

  • Wieso alles was du suchst universell ist
  • Wieso man auch seine Probleme lieben sollte
  • Wieso du alles bekommst was du willst – überall
  • Wieso wir unsere Erwartungen runterschrauben sollten – und dann alles eigentlich ganz einfach ist

Alles ist überall

„Eigentlich weißt du es doch schon.“, riet mir damals Marielle. Mit „es“ meinte sie die Entscheidung. Entweder in Deutschland bleiben, nicht recht wissen was tun, Job suchen, neue Erfahrungen sammeln, die nicht unbedingt ganz oben auf der Erfahrungsliste standen, oder nochmal raus in die Welt, reisen, entdecken, Menschen, Kulturen, Städte, Wildnis, mich selbst. Das lustige ist ja, dass man all diese Dinge überall entdecken kann. Denn Menschen, Kulturen, Städte und Wildnis gibt es überall. Und ich bin sowieso immer da. Nur hat man das Ganze Zuhause halt in abgeschwächter Form. Brauchen wir immer die Extreme? Wo finden wir den besonderen Kick? Viele Menschen suchen den ja zum Beispiel bei Jochen Schweizer, dem Platzhirsch für Erlebnisreisen.

Auch Probleme haben ihre Daseinsberechtigung

Gerade sitze ich auf meinem Bett im Bungalow mitten im Jungle, vor mir ein wunderschöner Ausblick auf – grüne Bäume und Palmen. Ganz fern am Horizont ist das Meer zu erkennen. In meinen Ohren dudelt Musik. Und ich bin so unbeschreiblich glücklich…ok ich denke bei dieser Umgebung fällt es einem nicht besonders schwer, derartige Glücksgefühle herbeizurufen. Doch ich könnte jetzt auch eine Liste an Problemen aufzählen. Dass ich nicht weiß wie es in Deutschland weitergeht, dass ich keine finanzielle Einkommensquelle habe, dass ich keinen günstigen Rückflug finde, dass ich nicht weiß wie ich meine Krankheit heilen kann, ganz zu schweigen von Problemen mit Menschen in meinem Umfeld…doch egal wie sehr ich gerade versuche, mich von diesen „Problemen“ runterziehen zu lassen, es klappt nicht (mehr). Ich nehme sie an und lass sie genau so existieren wie mich selbst auch. Sie haben ihre Daseinsberechtigung. Und sie werden auch nicht verschwinden, wenn ich einen Bungee Jumping Sprung bei Jochen Schweizer buche.

Du bekommst alles überall

Ok… eigentlich wollte ich jetzt darüber schreiben wie es damals für mich war, diese Entscheidung zu treffen – ob ich in Deutschland bleibe oder nach Thailand fliege. Doch ich glaube dieser Artikel geht doch in eine andere Richtung. Ich hab‘ mich auch ein bisschen vor dem Schreiben dieses Themas gedrückt, einfach deswegen, weil es schon so sehr in der Vergangenheit liegt. Natürlich stehe ich auch heute noch vor kleinen und größeren Entscheidungen und manchmal denke ich, ich bin in Sachen Entscheidungsfindung genau so weit wie vor ein paar Monaten. Doch eins ist mir gerade besonders klar geworden, als ich die Frage „Wo finden wir den besonderen Kick“ in meine Tastatur getippt habe: Bevor wir eine Entscheidung treffen, sollten wir uns darauf besinnen, welcher erste Impuls der bevorstehenden Entscheidung zu Grunde liegt. Was hat uns dazu bewogen, darüber nachzudenken etwas eventuell zu tun? Denn oftmals geht es ja um Bedürfnisbefriedigung. Wir fragen uns: „Was will ich?“, also welches Bedürfnis soll mit der auf die Entscheidung folgende Tat befriedigt werden. Das ist auch auf keinen Fall zu kritisieren. Jedoch wird mir immer mehr bewusst, dass ich für viele Bedürfnisse gar nicht so viel Aufwand betreiben muss. Ich merke immer mehr, wie ich alles was ich möchte einfach überall bekomme. Denn alles schlummert bereits in mir. Und da wären wir wieder am Anfang dieses Artikels – ich bin immer da. Ok, manchmal ist mein Geist auch woanders als mein Körper, wenn ich zum Beispiel beim Zahnarzt im Wartezimmer sitze und ein Geo-Heft durchblättere bin ich schnell in die grandiosen Landschaften der Fotostrecken eingetaucht. Dann habe ich das Bedürfnis diese Freiheit, Glückseligkeit und Unbekümmertheit, die ich hätte wenn ich mitten in dieser Bergkulisse stünde, zu fühlen – zumindest glaube ich, dass ich dort diese Gefühle hätte.

Schraube deine Erwartungen runter

Geht sowas auch im Wartezimmer beim Zahnarzt? Lasst es uns ausprobieren! Neben der Tatsache, dass ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr beim Zahnarzt war, glaube ich zu wissen, dass sowas ÜBERALL geht! Jaaahaaa! Geht! Geht aber eben paradoxerweise nicht, wenn du dir ständig vorstellst wo anders zu sein, sondern wenn du genau da bist wo du jetzt auch mit deinem physischen Körper bist! Leben im Jetzt und so…ich kann es nicht oft genug predigen. Meditation findet nicht nur in deinem Wohnzimmer vor deinem Altar statt, sondern überall. Ich habe gerade nach dem Ursprung des Wortes „Meditation“ gegoogelt und bin doch ein wenig über seine Einfachheit überrascht. Sowohl im lateinischen wie auch im griechischen Ursprung heißt es nichts anderes als „nachdenken, nachsinnen, überlegen.“ Wow, da hat sich der Begriff aber ganz schön weiterentwickelt! Aus NACHsinnen wurde BEsinnen und die meisten streben mit Meditationsübungen einen höheren Bewusstseinszustand an. Vielleicht sollten wir unsere Erwartungen ein wenig runterschrauben. Was wäre denn, wenn uns einfach mal das „sein“ genügt? Sei einfach. Sei im Moment. Sei du. Dein ursprüngliches Wesen. Spüre nicht einfach nur die Leichtigkeit. SEI die Leichtigkeit. Sei die Unbekümmertheit, Sei die Glückseligkeit und die Freiheit. Egal ob auf dem Berg oder im Wartezimmer des Zahnarztes. Und dann hast du ihn gefunden – den besonderen Kick. Das verspreche ich dir!

Was aber, wenn ich den besonderen Kick endlich habe und dann feststelle, dass ich ihn gar nicht will? Dass ich einfach nur Beständigkeit, Routine und Vertrautheit will? Darum geht es in der nächsten Episode!

2 Antworten auf „Der besondere Kick im Wartezimmer“

  1. Liebe Doris,

    endlich habe ich mir die längst überfällige Zeit genommen, in Deinen Blog einzutauchen.
    Sehr schön, dass ich gleich in Thailand gelandet bin 😉 Und toll, dass sich beim Lesen das Gefühl von einer wünschenswerten Leichtigkeit im Umgang mit dem Thema Spiritualität einstellt. Ich glaube, ein Abstauben ist längst überfällig, also lass uns die Staubwedel schwingen und die Schönheit und Wichtigkeit des Themas mit etwas Frechheit und Wortwitz zum Strahlen bringen.

    Namaste, beautiful soul
    und viele Grüße aus sunny Berlin

    1. Ach du liebe 🙂 Vielen Dank für deine Worte! Schön, dass ich dich durch meine Erzählungen nach Thailand mitnehmen konnte 🙂 Jaaaa! Frühjahrsputz ist angesagt!

      Namaste – und viele Grüße zurück aus Leipzig

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